geschwollene Beine Münster

Geschwollene Beine: Ursachen erkennen und in Münster abklären lassen

Abends drücken die Schuhe, der Sockenrand hinterlässt einen Abdruck und die Knöchel wirken dicker als am Morgen. Geschwollene Beine kennen viele Menschen, und häufig steckt nichts Bedrohliches dahinter. Es gibt allerdings Konstellationen, in denen die Schwellung ein Hinweis auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung ist. Der Unterschied lässt sich von außen selten sicher beurteilen.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Ursachen hinter geschwollenen Beinen stecken können, woran Sie einen harmlosen Verlauf von einem klärungsbedürftigen unterscheiden und wie die Untersuchung in der Venenpraxis Münster abläuft.

Wie eine Beinschwellung überhaupt entsteht

In den kleinsten Blutgefäßen tritt ständig Flüssigkeit in das umliegende Gewebe aus. Ein Teil davon gelangt über die Venen zurück in den Kreislauf, der Rest wird über das Lymphsystem abtransportiert. Solange Austritt und Abtransport im Gleichgewicht stehen, bleibt das Bein schlank.

Gerät dieses Gleichgewicht aus dem Takt, sammelt sich Flüssigkeit im Gewebe und das Bein schwillt an. Ob die Ursache im Venensystem liegt, im Lymphsystem, im Unterhautfettgewebe oder ganz woanders, entscheidet darüber, was zu tun ist.

Häufige Auslöser für Schwellungen

Ein großer Teil der Beinschwellungen im Alltag hat einfache Gründe, wie zum Beispiel:

  • Warme Temperaturen, weil sich die Gefäße bei Hitze weiten
  • Langes Sitzen oder Stehen ohne Bewegungspausen, etwa im Büro oder auf Reisen
  • Bewegungsmangel, weil die Wadenmuskelpumpe zu selten arbeitet
  • Salzreiche Mahlzeiten und größere Trinkmengen am Abend
  • Hormonelle Schwankungen im Monatszyklus
  • Einschnürende Kleidung oder ungeeignetes Schuhwerk

In diesen Fällen sind typischerweise beide Beine gleichmäßig betroffen, die Schwellung nimmt im Tagesverlauf zu und über Nacht wieder ab.

Auch Medikamente können Wassereinlagerungen begünstigen, darunter bestimmte Blutdruckmittel, Hormonpräparate und entzündungshemmende Wirkstoffe. Sprechen Sie eine Veränderung immer mit der Ärztin oder dem Arzt ab, die oder der sie verordnet hat. Setzen Sie verordnete Medikamente niemals eigenmächtig ab.

Bleibt die Schwellung über Wochen bestehen, kehrt sie morgens nicht mehr vollständig zurück oder betrifft sie nur ein Bein, sollte die Ursache ärztlich geklärt werden.

Wenn die Venen die Ursache sind

Eine Venenschwäche zeigt sich ebenfalls durch geschwollen Beine. Die Venenklappen arbeiten wie Ventile und sorgen dafür, dass das Blut gegen die Schwerkraft zum Herzen zurückfließt. Schließen sie nicht mehr zuverlässig, staut sich Blut in den Beinvenen, der Druck steigt und Flüssigkeit tritt vermehrt in das Gewebe aus.

Ein venöses Ödem betrifft meist Knöchel und Unterschenkel, verstärkt sich im Tagesverlauf und ist häufig seitenungleich ausgeprägt. Oft sind zusätzlich Krampfadern oder Besenreiser sichtbar. Bleibt die Venenschwäche unbehandelt, können sich bräunliche Verfärbungen am Innenknöchel, verhärtete Haut und im weiteren Verlauf ein Ulcus cruris entwickeln, umgangssprachlich offenes Bein genannt.

Wenn der Lymphabfluss gestört ist

Beim Lymphödem reicht die Transportkapazität des Lymphsystems nicht mehr aus, sodass sich eiweißreiche Flüssigkeit im Gewebe staut. Beim primären Lymphödem liegt eine angeborene Anlagestörung der Lymphgefäße vor. Das sekundäre Lymphödem entsteht durch eine Schädigung von außen, etwa nach Operationen mit Entfernung von Lymphknoten, nach Bestrahlung, nach wiederholten Wundrosen oder im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen.

Auffällig ist beim Lymphödem, dass in der Regel auch Fußrücken und Zehen anschwellen. Ein klassisches klinisches Zeichen ist das Stemmer-Zeichen. Dabei wird versucht, über der zweiten Zehe eine Hautfalte abzuheben. Gelingt das nicht oder nur eingeschränkt, gilt das als Hinweis auf ein Lymphödem. Ein negativer Befund schließt ein Lymphödem allerdings nicht aus.

Die S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Lymphödeme teilt die Erkrankung in die Stadien 0 bis 3 ein. Im Stadium 1 ist die Schwellung noch weich und geht durch Hochlagern zurück. Ab Stadium 2 verhärtet sich das Gewebe und die Schwellung bildet sich nicht mehr vollständig zurück.

Wenn es sich um ein Lipödem handelt

Das Lipödem ist streng genommen kein Ödem im klassischen Sinn. Es handelt sich um eine krankhafte, symmetrische Vermehrung des Unterhautfettgewebes an den Extremitäten. Betroffen sind nahezu ausschließlich Frauen.

Ein Lipödem ist schmerzhaft. Charakteristisch sind der symmetrische Befall beider Beine oder Arme, ausgesparte Füße und Hände mit einer sichtbaren Kante an den Knöcheln, Druck- und Berührungsschmerz sowie eine ausgeprägte Neigung zu blauen Flecken. Häufig beginnt das Lipödem in Phasen hormoneller Umstellung, also in der Pubertät, während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren.

Ausführliche Informationen zu Stadien und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie in unserem Beitrag zum Lipödem.

Die drei Krankheitsbilder im direkten Vergleich

Die folgende Übersicht fasst die typischen Unterscheidungsmerkmale zusammen:

MerkmalVenöses ÖdemLymphödemLipödem
UrsacheGestörter Blutrückfluss bei VenenschwächeGestörter Abtransport der LymphflüssigkeitVermehrung des Unterhautfettgewebes
VerteilungMeist Knöchel und Unterschenkel, oft einseitigHäufig einseitig oder asymmetrischImmer symmetrisch, beidseitig
Füße und ZehenKönnen mitbetroffen seinIn der Regel mitbetroffenAusgespart, sichtbare Kante am Knöchel
SchmerzSchwere- und SpannungsgefühlSpannungsgefühlDruck- und Berührungsschmerz
TagesverlaufAbends deutlich stärkerFrüh rückläufig, später anhaltendKaum tagesabhängig
Blaue FleckenNicht typischNicht typischAusgeprägte Neigung
Stemmer-ZeichenNegativHäufig positivNegativ
BetroffeneFrauen und MännerFrauen und MännerNahezu ausschließlich Frauen

Diese Übersicht gibt eine erste Orientierung und ersetzt keine Untersuchung.

Mischformen sind häufig und die Übergänge fließend

Zwei Kombinationen begegnen uns besonders oft: Das Phlebolymphödem entsteht, wenn eine langjährige Venenschwäche das Lymphsystem dauerhaft überlastet. Das Lipo-Lymphödem beschreibt ein Lipödem, bei dem zusätzlich der Lymphabfluss beeinträchtigt ist. In beiden Fällen greift eine Behandlung zu kurz, die nur eines der Systeme berücksichtigt.

Ursachen außerhalb des Venensystems

Nicht jede Beinschwellung hat ihren Ursprung in den Beinen. Beidseitige Schwellungen können auch auf Erkrankungen von Herz, Nieren, Leber oder Schilddrüse hinweisen. Genau hier zahlt sich eine breite fachliche Grundlage aus.

Dr. med. Carsten Borchard ist Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin und hat sich zusätzlich auf die Venenheilkunde spezialisiert. Dadurch lassen sich phlebologische und internistische Ursachen im selben Termin gegeneinander abwägen. Ergibt sich ein Hinweis auf eine Ursache außerhalb des Gefäßsystems, wird das weitere Vorgehen mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten abgestimmt.

Wann Sie nicht abwarten sollten

Bei diesen Anzeichen sollten Sie zeitnah einen Termin vereinbaren:

  • Die Schwellung tritt plötzlich und einseitig auf, oft verbunden mit Spannungsgefühl oder Schmerz
  • Die Haut ist gerötet, überwärmt und schmerzhaft, gegebenenfalls zusammen mit Fieber
  • Eine Wunde am Unterschenkel heilt über Wochen nicht ab
  • Die Schwellung geht morgens nicht mehr zurück oder nimmt über Wochen zu
  • Fußrücken und Zehen sind sichtbar mitbetroffen
  • Nach einer Krebsbehandlung mit Entfernung von Lymphknoten schwillt ein Arm oder Bein an

Eine plötzliche einseitige Beinschwellung kann auf eine Thrombose hinweisen. In diesem Fall sollten Sie nicht abwarten, sondern kurzfristig ärztlichen Rat einholen.

So läuft die Abklärung in der Venenpraxis Münster

Am Anfang steht das ausführliche Gespräch. Wann hat die Schwellung begonnen, wie verläuft sie über den Tag, bestehen Vorerkrankungen, welche Medikamente nehmen Sie ein, gab es Operationen oder Bestrahlungen, treten Venenleiden in der Familie auf.

Es folgt die körperliche Untersuchung. Dabei werden Verteilung und Symmetrie der Schwellung beurteilt, die Haut begutachtet und der Tastbefund erhoben, einschließlich Stemmer-Zeichen und der Prüfung, ob sich Dellen eindrücken lassen.

Eine Ultraschalluntersuchung zeigt, ob die Venenklappen schließen, ob ein Rückfluss vorliegt und ob sich eine Thrombose ausschließen lässt. Sie ist schmerzfrei, dauert nur wenige Minuten und kommt ohne Strahlenbelastung aus.

Die Venenpraxis Münster ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie und zertifiziertes Venen Kompetenz-Zentrum.

Was Sie selbst tun können

Unabhängig von der Ursache tut Bewegung den Beinen gut. Gehen, Schwimmen und Radfahren aktivieren die Wadenmuskelpumpe und unterstützen sowohl den venösen als auch den lymphatischen Rückfluss. Im Alltag helfen kurze Bewegungspausen alle 30 bis 45 Minuten sowie das Hochlagern der Beine in Ruhephasen.

Kompression ist bei allen drei Krankheitsbildern ein wichtiger Baustein, die Versorgung unterscheidet sich jedoch. Beim Lymphödem kommt in der Regel eine flachgestrickte lymphologische Versorgung zum Einsatz, beim venösen Ödem häufig ein rundgestrickter medizinischer Kompressionsstrumpf. Welche Versorgung passt, entscheidet der behandelnde Arzt nach dem Befund.

Sorgfältige Hautpflege ist besonders beim Lymphödem wichtig, weil die Haut anfälliger für Infektionen wird. Kleine Verletzungen sollten sauber versorgt und beobachtet werden. An heißen Tagen entlasten kühle Beingüsse und der Verzicht auf ausgiebige Sonnenbäder.

Häufige Fragen zu geschwollenen Beinen

Warum sind meine Beine abends dicker als morgens?

Über den Tag wirkt die Schwerkraft dauerhaft auf das Venensystem. Bei langem Sitzen oder Stehen arbeitet die Wadenmuskelpumpe zu selten, sodass sich Flüssigkeit im Gewebe sammelt. Nachts im Liegen fließt sie wieder ab. Ein solcher Tagesverlauf ist typisch und für sich genommen kein Alarmzeichen. Klärungsbedürftig wird es, wenn die Schwellung morgens nicht mehr verschwindet.

Ist es bedenklich, wenn nur ein Bein anschwillt?

Eine einseitige Schwellung sollte immer ärztlich beurteilt werden, besonders wenn sie plötzlich auftritt. Infrage kommen unter anderem eine Thrombose, eine Venenentzündung oder ein Lymphödem. Warten Sie in diesem Fall nicht ab.

Was hilft schnell gegen geschwollene Beine?

Kurzfristig entlasten das Hochlagern der Beine über Herzhöhe, kühle Wassergüsse und Bewegung. Diese Maßnahmen lindern die Beschwerden, sie beseitigen jedoch keine zugrunde liegende Erkrankung. Halten die Schwellungen an, ist eine Untersuchung der sinnvollere Weg.

Welcher Arzt ist bei geschwollenen Beinen in Münster zuständig?

Ein Phlebologe ist auf Erkrankungen der Venen und des Lymphsystems spezialisiert und kann die verschiedenen Ursachen einer Beinschwellung gegeneinander abgrenzen. In der Venenpraxis Münster erfolgt die Abklärung durch Dr. med. Carsten Borchard, Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin mit Spezialisierung auf Venenheilkunde sowie durch Dr. med. Barbara Frisch.

Können Medikamente geschwollene Beine verursachen?

Ja, das ist möglich. Bestimmte Blutdruckmittel, Hormonpräparate und entzündungshemmende Wirkstoffe können Wassereinlagerungen begünstigen. Bringen Sie zum Termin am besten eine Liste Ihrer Medikamente mit. Setzen Sie nichts eigenmächtig ab.

Wie lange sollte ich warten, bevor ich einen Termin vereinbare?

Bei einer plötzlichen einseitigen Schwellung, bei Rötung mit Fieber oder bei einer nicht heilenden Wunde sollten Sie kurzfristig handeln. Bestehen beidseitige Schwellungen über mehrere Wochen ohne erkennbaren Anlass, ist ein Termin ebenfalls sinnvoll. Je früher die Ursache feststeht, desto einfacher fällt die Behandlung aus.

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Die genannten Merkmale sind Orientierungshilfen und erlauben keine Selbstdiagnose. Bei Beschwerden suchen Sie bitte einen Arzt auf.

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Wenn Ihre Beine regelmäßig anschwellen und Sie wissen möchten, was dahintersteckt, vereinbaren Sie einen Termin.

Venenpraxis Münster
Grevener Straße 440, 48159 Münster

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