Die Beinvenen haben eine nicht ganz einfache Aufgabe zu bewältigen: Sie müssen gegen die Schwerkraft das Blut von den Beinen in Richtung Herz transportieren. Versagt dieses System durch einen Defekt der Venenklappen, die eine Ventilfunktion haben, kommt es zur Ausbildung von Krampfadern durch Aufweitung der oberflächlichen Beinvenen. Hierzu zählen 1. die Stammvenen Vena saphena magna vom Innenknöchel bis zur Leiste und die Vena saphena parva vom Außenknöchel bis etwas oberhalb der Kniekehle und 2. die weiter oberflächlich gelegenen Seitenastvenen, die entweder in die Stammvenen oder in Verbindungsvenen (Perforansvenen) münden, die das Blut direkt in die tiefen Venen (Leitvenen) leiten. Staut sich bei Krampfadern das Blut in diesen oberflächlichen und den Verbindungsvenen, so wird allmählich auch das tiefe Venensystem überlastet. Es können sich auch hier Klappenschäden ausbilden, so dass das Bein anschwillt (venöses Beinödem) und die Thrombosegefahr steigt.

Krampfadern entfernen
Eine rechtzeitige Ausschaltung der oberflächlichen Krampfadern kann die tiefen Venen wieder entlasten: Ödeme, Stauungsekzeme oder Beingeschwüre bilden sich zurück.

Wann wird zur Krampfaderentfernung geraten?
Zur Krampfaderentfernung wird dann geraten, wenn die Stammvenen und/oder die Verbindungsvenen funktionslos geworden sind. Durch den Eingriff bewirkt man hier eine Besserung der Beschwerden (Beinödeme, Schweregefühl), eine Vermeidung von Komplikationen (z.B. ein sekundäres Versagen auch der tiefen Venen) und natürlich auch eine Verbesserung des äußeren Bildes. Auch immer wiederkehrende Entzündungen der Krampfadern (Varikophlebitis) oder Blutungen aus den erweiterten Venen können ein Grund für eine Entfernung sein.

Bei isolierten sehr kleinen Kampfadern (sogenannte Besenreiser) stehen alternative Behandlungsmethoden wie die Venenverödung (Sklerosierung) oder elektrische Verfahren (Kauterisation) zur Verfügung.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel verwendet?
In der Praxisklinik werden bei Krampfaderentfernungen die modifizierte Plexusanästhesiemit der Tumeszenzanästhesie kombiniert. Hierbei wird eine optimale Schmerzfreiheit während der Operation erreicht. Zusätzlich können beruhigende und angstlösende Medikamente über eine Infusion verabreicht werden.